IBT.EARTH 

Holzbasierte Produkte

Holzbasierte Produkte sind eine Kombination aus vollständig pflanzenbasierten Materialien und innovativen Holzfasern, die als Reststoff aus zertifizierter Forstwirtschaft anfallen,

In Kombination mit Biopolymeren (Grundbausteine lebender Organismen) aus nachwachsenden Rohstoffen werden daraus Werkstoffe, die sich im Spritzguss zu unterschiedlichen Produkten verarbeiten lassen. Ob Verschlüsse für Tuben und Tiegel oder Funktionsteile aller Art - der Anwendung von IBT.EARTH sind nahezu keine Grenzen gesetzt. 

 

Der nachwachsende Rohstoff, der weltweit am häufigsten vorkommt, ist Cellulose, die aus Holz gewonnen wird. Vor rund 165 Jahren wurden aus Cellulose die ersten modernen Biokunststoffe entwickelt.

Cellulose-basierte Kunststoffe

  • Zelluloid (Cellulosenitrat): früher Material für Filme und Tischtennisbälle. Heute werden daraus Plektren (Blättchen zum Zupfen von Gitarrenseiten) und hochwertige Schreibstifte hergestellt.
  • CellophanTM (regenerierte Cellulose), hat sich von einer einfachen Bonbon-Folie zu einer modernen, multifunktionellen Verpackungsfolie gewandelt
  • Viskose und Lyocell, als Fasern Ausgangsmaterial für moderne Kleidung.
  • Celluloseacetat: als Faser für funktionelle Kleidung, wird aber auch zur Herstellung von Mobiltelefondisplays, Schraubendrehergriffen und Kunststoffbrillen eingesetzt


Lignin-basierte Kunststoffe

Lignin ist bisher vor allem ein Abfallprodukt bei der Gewinnung von Cellulose aus Holz. Auf Grund seiner chemischen Struktur ist es aber sehr gut zur Herstellung von Biokunststoffen geeignet. Noch gibt es nur wenige Lignin-Biokunststoffe auf dem Markt, wie z.B. das sogenannte „flüssige Holz“. Aber an der Entwicklung weiterer Produkte wird mit Hochdruck gearbeitet.

Flüssigholz besteht aus natürlichen Materialien, hat aber kunststoffähnliche Eigenschaften. Damit ist das Material eine mögliche Alternative zu erdölbasiertem Kunststoff.

Heutzutage übliche Kunststoffe wie Polyester haben zwei entscheidende Nachteile:


Folglich suchen Wissenschaftler schon länger nach nachhaltigen Alternativen zu herkömmlichem Plastik. Ein möglicher Kandidat ist Holz. Das klingt erstmal seltsam, schließlich hat Holz ganz andere Eigenschaften als Plastik. Doch mit der richtigen Verarbeitung und den passenden Zusätzen lässt sich aus Holz tatsächlich ein Material herstellen, das man wie Kunststoff erwärmen, in Form gießen und aushärten lassen kann. Aufgrund dieser Eigenschaft bezeichnet man das Material als „Flüssigholz“.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Flüssigholz

  • Flüssigholz aus Holzmehl oder -spänen und
  • Flüssigholz aus dem Holzbestandteil Lignin.


Flüssigholz auf Basis von Holzmehl oder -spänen nennt die FH Kaiserslautern das Material „Fasal“, das am Interuniversitären Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie (IFA) in Tulln bei Wien entstanden ist. Es basiert auf

  • 50 Prozent Holzspänen oder -mehl (je nach gewünschter Verarbeitungsart),
  • cellulosereichen Fasern wie Hanf oder Flachs und
  • Stärke oder Proteinen als Bindemittel.


Lignin ist neben Cellulose einer der wichtigsten Bestandteile von Holz. Da Lignin viele verschiedene Polymere enthält, ist der Stoff eine potentielle Quelle für Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen. Forscher*innen des Fraunhofer Instituts für chemische Technologie haben schon vor etwa 30 Jahren auf Basis von Lignin ein Flüssigholz namens „Arboform“ entwickelt. Genau wie Fasal enthält Arboform neben Holzbestandteilen auch cellulosereiche Fasern wie Hanf. 

Nachhaltigkeit ist ein Hauptgrund für die Suche nach Plastikalternativen. Erfüllt Flüssigholz diesen Anspruch? 

  • Flüssiges Holz wird als Biokunststoff verwendet. Anders als Bioplastik aus Maisstärke oder Milchsäure basiert der Stoff aber nicht auf Lebensmitteln, steht also nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.
  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, auf der anderen Seite ist der Abbau nicht immer nachhaltig. Für nachhaltiges Flüssigholz ist es wichtig, dass dieses auf Holz aus nachhaltiger heimischer Forstwirtschaft basiert. Lignin-basiertes Flüssigholz hat im Bezug auf den Rohstoff einen großen Vorteil: Lignin ist ein Abfallprodukt der Papierindustrie – jährlich entstehen etwa 50 Millionen Tonnen weltweit. 
  • Der FH Kaiserslautern zufolge ist Flüssigholz grundsätzlich biologisch abbaubar. Dies gilt jedoch nicht mehr unbedingt, wenn den Rohstoffen weitere Chemikalien beigemischt werden. Richtig nachhaltig ist Flüssigholz also nur, wenn es keine bedenklichen Zusätze enthält und sich ohne schädliche Rückstände zersetzt.