IBT.EARTH  Code of Conduct

 Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards innerhalb weltweiter Lieferketten. 

IBT.EARTH Code-of-Conduct

Der IBT.EARTH Code of Conduct beinhaltet auf Grundlage des IBT.EARTH Lieferkettensystems die Anwendung der DIN ISO 26000 zur Umsetzung des Lieferkettengesetztes nach EU-Vorgabe "Leitfadens zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards" innerhalb weltweiter Lieferketten. 

Der Baustein IBT.EARTH Code-of-Conduct beinhaltet ein Sorgfaltspflichtennachweissystem welches es ermöglicht, Risken von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in einer Lieferkette - einschließlich aller direkten und indirekten Lieferanten - zu bewerten, zu erkennen, zu bewältigen und zu dokumentieren.

Was dies bedeutet, ist folgend kurz und knapp erklärt:

Das Lieferkettengesetz

Die Ausgangslage

Millionen Menschen leben weltweit in Elend und Not, weil soziale Mindeststandards wie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit missachtet werden. 79 Millionen Kinder arbeiten weltweit unter ausbeuterischen Bedingungen: in Textilfabriken, Steinbrüchen, auf Kaffeeplantagen und in Wäldern. 

Um das zu ändern, hat die Bundesregierung das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, LkSG, Kurzform: Lieferkettengesetz) verabschiedet.

Ziel dieses Gesetzes ist, den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt in globalen Lieferketten zu verbessern. Es geht nicht darum, überall in der Welt deutsche Sozialstandards umzusetzen, sondern um die Einhaltung grundlegender Menschenrechtsstandards wie des Verbots von Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie zentraler Umweltstandards wie des Verbots der Verunreinigung von Trinkwasser und des Kahlschlags von Wäldern.
 

Das Lieferkettengesetz bzw. Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet Unternehmen in Deutschland dazu, Menschenrechte und Umweltstandards innerhalb ihrer weltweiten Wertschöpfungsketten zu achten. Damit werden erstmals Sorgfaltspflichten deutscher Firmen in der globalen Wirtschaft verbindlich geregelt. Das Gesetz setzt Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte um. 

Das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“ wurde im Juni 2021 verabschiedet und ist zum 01. Januar 2023 in Deutschland in Kraft getreten. Das deutsche Lieferkettengesetz soll erstmals die Sorgfaltspflichten von Unternehmen verbindlich regeln und diese zum Schutz der Menschenrechte sowie von Umweltstandards in der globalen Wirtschaft verpflichten. Das Gesetz will somit die UN-Leit­prinzipien für Wirt­schaft und Menschen­rechte verbindlich umsetzen. 

Der Anwendungsbereich des Gesetzes umfasst Unternehmen, die ihre Hauptverwaltung, ihre Hauptniederlassung, ihren Verwaltungssitz oder ihren satzungsmäßigen Sitz in Deutschland haben, oder eine Zweigniederlassung gemäß § 13d Handelsgesetzbuch. Es sind sowohl Privatunternehmen als auch Unternehmen in öffentlicher Hand betroffen. 

Der Begriff der Lieferkette bezieht sich auf alle Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens und umfasst alle Schritte im In- und Ausland, die zur Herstellung der Produkte oder der Erbringung der Dienstleistung notwendig sind. 

Das Lieferkettengesetz sieht zwei Fristen vor, ab denen Unternehmen die Anforderungen erfüllen müssen: 

  • Das Gesetz soll ab 01. Januar 2023 für Firmen mit Sitz in Deutschland mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden gelten, davon sind rund 900 Unternehmen betroffen. Ausländische Unternehmen mit ihrem Hauptsitz in Deutschland fallen ebenfalls unter das Gesetz. 
  • Ab 2024 gilt das Gesetz dann auch für Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden, rund 4.800 deutsche Unternehmen sind dann unmittelbar betroffen. 


Nach 2024 soll der Anwendungsbereich noch einmal neu überprüft werden und dann mit aller Wahrscheinlichkeit für Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden gelten.

Aber Achtung: Die die Verantwortung der Unternehmen endet nicht am eigenen Werkstor, sondern besteht entlang der gesamten Lieferkette. 

Unmittelbare Zulieferer, d. h. die Firmen, die in der Lieferkette vor oder nach den betroffenen Unternehmen angesiedelt sind, können ebenfalls betroffen sein, da Unternehmen, die unter das LkSG fallen, in den meisten Fällen zumindest einige ihrer unmittelbaren Lieferanten vertraglich zur Einhaltung der Sorgfaltspflichten verpflichten werden. Dann müssen diese Lieferanten den Sorgfaltspflichten auch innerhalb ihrer eigenen Lieferkette entsprechen.

Klartext: Sind kleinere Zulieferer oder Handwerker in einer solchen Lieferkette vorhanden, können die großen Marktteilnehmer auch von kleineren Betrieben und Unternehmen eine Berichtspflicht auf "freiwilliger" Basis verlangen. 


Alle Unternehmen, die unter den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen oder "freiwillig" mitmachen sind verpflichtet, regelmäßig einen Bericht über die Erfüllung der im Gesetz verankerten Sorgfaltspflichten zu veröffentlichen. Die Erstellung eines Berichts über die Erfüllung der unternehmerischen Sorgfaltspflichten ist gemäß § 10 Abs. 2 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) eine gesetzliche Verpflichtung für die dem Anwendungsbereich des LkSG unterfallenden Unternehmen

Betroffene Unternehmen müssen diesen Bericht spätestens vier Monate nach Ende des Geschäftsjahres an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA übermitteln. Die Berichte müssen auf der Internetseite des Unternehmens spätestens vier Monate nach dem Schluss des Geschäftsjahres für einen Zeitraum von sieben Jahren kostenfrei öffentlich zugänglich gemacht werden.
 
Darüber hinaus ist die Erfüllung der Sorgfaltspflichten unternehmensintern fortlaufend zu dokumentieren. Die Unternehmen müssen die Dokumentation ab ihrer Erstellung mindestens sieben Jahre lang aufbewahren. Sie wird nicht öffentlich zugänglich gemacht. 

Die Verwendung der Marke IBT.EARTH ist rechtlich geschützt (Markeninhaberin: Nina Bielen) und darf nur von IBT-Lizenzbetrieben genutzt werden. Die Verwendung der Marke PEFC ist durch die Warenzeichennummer 04-31-2313 für IBT und deren Franchisepartnern lizenziert. Die Verwendung anderer, möglicherweise rechtlich geschützter, Marken- und Firmennamen - etwa FSC - werden durch IBT ausschließlich im Sinne notwendiger redaktioneller Berichterstattung bezüglich des Vorhandenseins verschiedener Waldzertifizierungssysteme und nicht zu Marketing- und/oder Deklarationszwecken verwendet. 

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