Verantwortlichkeiten im Betrieb sowie Schulung verantwortlicher Personen

In den teilnehmenden Betrieben und Unternehmen müssen Personen benannt werden, welche für die korrekte Umsetzung der Holz-Lieferkette Chain-of-Custody (CoC) verantwortlich, bzw. an der Umsetzung direkt beteiligt, sind. Diese Personen sind bei Aufnahme in die Multi-Site Group zu benennen und können selbstverständlich bei Bedarf jederzeit angepasst werden.

Die verantwortlichen Personen müssen regelmäßig (mindestens einmal jährlich), sowie bei Bedarf (etwa bei Eintritt neuer Mitarbeitende), durch die CoC-Verantwortlichen geschult werden. Die CoC-Verantwortlichen werden durch das IBT.EARTH Group Management geschult. 

⇒ Das IBT.EARTH Sorgfaltspflichtsystem (DDS) 

Eine wichtige Grundlage bildet hierbei das Kontrollsystem zur Sorgfaltspflicht (Due Diligence System) innerhalb der Lieferketten (Chain-of-Custody). Es soll sicherstellen, dass kein Holz, welches in die IBT.EARTH und PEFC-Produktgruppen einfließen kann, aus umstrittenen Quellen stammt und die Anforderungen der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) - zukünftig EUDR - erfüllt werden.

  

Das IBT.EARTH DDS beinhaltet:

1. Aufzeichnungen über die Herkunft der Holz-Rohstoffe. 

 

  • Bei Rohmaterialien sind das: zertifiziertes und/oder kontrolliertes Material anerkannter Waldzertifizierungssysteme (PEFC und FSC). 
  • Bei Fertigprodukten und Handelsware sind das: zertifiziertes und/oder kontrolliertes Material anerkannter Waldzertifizierungssysteme (PEFC und FSC). 


2. Die innerbetriebliche Umsetzung der Anforderungen entsprechend des PEFC-Standards und der DIN ISO 38200. 

 

3. Systematische Kontrolle und Dokumentation der Materialströme.  

 

Für alle am IBT.EARTH System teilnehmenden Betriebe und Unternehmen werden zertifizierungsrelevanten Produkte bzw. Produktgruppen festgelegt. Dies geschieht nach den IBT.EARTH und PEFC-Zertifizierungsrichtlinien. So haben die uns angeschlossenen Betriebe und Unternehmen die Möglichkeiten, Material als PEFC-zertifiziert zertifiziert und/oder als IBT.EARTH zertifiziert einzusetzen. 

PEFC und IBT.EARTH haben hierbei verschiedene Ansätze:

Für die Herstellung von PEFC-zertifizierten Produkten dürfen Sie einkaufen und verwenden:  

1. PEFC-zertifiziertes Material (Physische Trennung, Prozentsatz- und Kreditmethode)

2. PEFC-Controlled Sources (nur bei Prozentsatz- und Kreditmethode)

3. FSC-zertifiziertes Material (nur bei Prozentsatz- und Kreditmethode)

4. FSC Controlled Wood (nur bei Prozentsatz- und Kreditmethode)

 

Achtung: Hölzer der Punkte 2 - 4 gelten laut PEFC-Richtlinien als nicht zertifiziert, sondern lediglich als Holz aus kontrollierten Quellen. as gleiche gilt, nur anders herum, für den FSC-Standard.

 

Für die Herstellung von IBT.EARTH-zertifizierten Produkten dürfen Sie einkaufen und verwenden: 

Für 100% IBT.EARTH zertifizierte Produkte:

  • PEFC-zertifiziertes Material (70 % -100 %)
  • FSC-zertifiziertes Material (70 % -100 %)

 

Die so zu treffende Materialaussage lautet: 

 

100% IBT.EARTH 10C0003 zertifiziert aus nachhaltiger, zertifizierter Waldbewirtschaftung.  

Für X% IBT.EARTH zertifizierte Produkte:

  • PEFC-zertifiziertes Material
  • FSC-zertifiziertes Material 
  • PEFC-Controlled Sources 
  • FSC Controlled Wood 


Die so zu treffende Materialaussage lautet: 


X% IBT.EARTH 10C0003 zertifiziert aus nachhaltiger, zertifizierter Waldbewirtschaftung.  

Der Einkauf 

Um Holzprodukte als entsprechend als PEFC und/oder IBT.EARTH zertifiziert verwenden und verkaufen zu dürfen, muss - wie soeben gelernt - zunächst entsprechend korrekt eingekauft werden, damit das Holz entsprechend identifiziert werden kann.

Achtung: Aus Markenschutzgründen darf FSC-zertifizierte Ware nur als IBT.EARTH zertifiziert undnicht als FSC-zertifiziert deklariert werden, wenn keine eigene entsprechende FSC-Zertifizierung vorliegt.

 

Der korrekte Einkauf entsprechend zertifizierter Ware bzw. Ware aus kontrollierten Quellen erfolgt durch eine korrekte Bestellung bei entsprechend zertifizierten Lieferanten. Hierzu werden in den angeschlossenen Betrieben entsprechende Lieferantenlisten geführt. Diese Listen müssen regelmäßig auf Gültigkeit der Zertifikate in den Datenbanken geprüft werden.

Lieferanten, welche PEFC-zertifiziertes Material und PEFC-Controlled-Sources liefern dürfen, finden Sie in der PEFC-Datenbank: https://pefc.org/find-certified

Lieferanten, welche FSC-zertifiziertes Material und FSC-Controlled Wood liefern dürfen, finden Sie in der FSC-Datenbank: https://connect.fsc.org/fsc-public-certificate-search

⇒ Wareneingangskontrolle

Die eingehenden Materialien müssen in den Betrieben oder sonstigen relevanten Orten (Baustellen usw.) durch Eingangskontrollen auf korrekte Deklaration bezüglich der Ausgangsbestellung (zertifizierte Ware, bzw. kontrollierte Quellen) überprüft werden,

Eine korrekte Deklaration PEFC-zertifizierter Ware erfolgt ausschließlich durch Benennung der Zertifikatsnummer des jeweiligen Lieferanten und der Benennung der Materialkategorie.

Die so zu treffende Materialaussage eines Lieferanten lautet (Beispiel):

X % PEFC zertifiziert AB-COC-123456  

 

⇒ Identifizierung der Ware während Lagerung und Herstellung 

In den teilnehmenden Betrieben muss die Identifizierung der Herkunft der Ware jederzeit sichergestellt sein. Hierzu können drei Methoden angewendet werden. Diese können auch für verschiedene Warengruppen einzeln angewendet werden.

1.     Physische Trennung

Die in der Regel einfachste Möglichkeit, zertifiziertes Holz zu kaufen, zu verarbeiten und zu verkaufen ist die Methode der Physischen Trennung. Die Physische Trennung sollte immer dann genutzt werden, wenn PEFC-zertifizierte Produkte nicht mit anderem Holz vermischt werden. Dies ist gewährleistet, wenn die Ware - auch unterschiedlicher Herkunft - in allen Phasen des Transports, der Produktion und des Vertriebs physisch voneinander getrennt werden und dies jederzeit nachvollziehbar ist. 

Dies kann durch auftragsbezogene Bestellungen, räumliche Trennung oder Markierungen (farblich, Barcode usw.) umgesetzt werden. 

2.     Prozentsatzmethode

Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der der Zertifizierungsanteil einer Produktgruppe für einen bestimmten Deklarationszeitraum berechnet wird, basierend auf das in der Produktgruppe enthaltene Eingangsmaterial: PEFC-zertifiziertes Eingangsmaterial und Eingangsmaterial aus PEFC-kontrollierten Quellen. 

3.     Kreditmethode

Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der eine Übertragung von Guthaben aus dem Einsatz von PEFC-zertifiziertem Material auf Material aus PEFC kontrollierten Quellen innerhalb derselben PEFC-Produktgruppe erfolgen kann (analog Ökostrom). 

⇒Verkauf von Ware als zertifiziert/nicht zertifiziert

Anmerkung: Als entsprechend zertifiziert deklariert eingekaufte Ware muss nicht als zertifiziert deklariert verkauft werden, falls die Auftraggeber darauf keinen Wert legen. Allerdings gilt diese Ware dann  - auch im Nachhinein  - nicht als zertifiziert. Die angeschlossenen Betriebe dürfen auch jederzeit  - unter Beachtung der EUTR  - nicht zertifizierte Ware einkaufen und (als nicht zertifiziert) verkaufen.
 

Alle drei Methoden können unabhängig voneinander im Betrieb für verschiedene Produktgruppen angewendet werden. Diese Methoden müssen unbedingt vorab mit dem IBT.EARTH Management abgestimmt und durch dieses genehmigt werden. 

 ⇒ Verkauf von zertifizierter Ware

Die von Ihnen hergestellte/verkaufte Ware darf bei Vorliegen der Voraussetzungen als PEFC- und/oder IBT.EARTH zertifiziert verkauft werden.

  • PEFC-zertifiziert 

Dies erfolgt ausschließlich durch korrekte Kennzeichnung der Produkte in den Warenbegleitdokumenten (Rechnungen, Lieferscheinen usw. PEFC-zertifizierte Ware wird von den teilnehmenden Betrieben wie folgt deklariert (Beispiele):

Fenster Red Meranti

100 % PEFC-zertifiziert DINC-PEFC-COC-000963-XXX (Subcode teilnehmender Betrieb)

Fenster Red Meranti

70 % PEFC-zertifiziert DINC-PEFC-COC-000963-XXX (Subcode teilnehmender Betrieb)

  • IBT.EARTH zertifiziert


 Dies erfolgt ausschließlich durch korrekte Kennzeichnung der Produkte in den Warenbegleitdokumenten (Rechnungen, Lieferscheinen usw. PEFC-zertifizierte Ware wird von den teilnehmenden Betrieben wie folgt deklariert (Beispiele): 


Fenster Red Meranti

100 % IBT.EARTH 10C0003 aus nachhaltiger, zertifizierter Waldbewirtschaftung

Fenster Red Meranti

X % IBT.EARTH 10C0003 zertifiziert aus nachhaltiger, zertifizierter Waldbewirtschaftung.  

Im Gespräch mit Bernd Bielen

IBT.EARTH Projektmanagement

Öffentliche Beschaffung von Holz und Holzprodukten.

Klimaverantwortung gemeinsam leben - bei gleichzeitigem Bürokratieabbau.

2) IBT.EARTH spezifiziert - aus überwachten Lieferketten 

► Handwerksbetriebe sichern die Nahversorgung, setzen möglichst regionale Rohstoffe ein und vermeiden lange Lieferketten. So wird der Ressourcenverbrauch reduziert und regionale Wertschöpfungsketten werden gestärkt. Um solche Lieferketten geografischer Herkunft anerkannt zu deklarieren, verweist IBT.EARTH auf regionale Produkte mit kurzen Transportwegen (CO 2 Bilanz Radius 150 km).

Solche Produkte dürfen als 

100% IBT.EARTH 10C0003 spezifiziert aus bekannten Holzursprung, oder als 

100% IBT.EARTH 10C0003 spezifiziert aus regionaler Herkunft mit kurzen Transportwegen 

deklariert werden. 

3) IBT.EARTH verifiziert - aus legalem Holzeinschlag 

► Unser Planet ist nur begrenzt belastbar. Um auch künftig gut leben zu können, gilt es unseren Konsum und unsere Produktionstechniken zu verändern. Ein Baustein dazu sind Regeln für den Umgang mit begrenzten Ressourcen, für den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.  


IBT.EARTH unterstützt das UN-Ziel 12 (SDG-Ziel 12) „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Material, bei dem die Einhaltung der Anforderungen der Sorgfaltspflichtregelungen zur Vermeidung umstrittener Quellen nachgewiesen werden kann erhält die Aussage: 

 

100% IBT.EARTH 10C0003 verifiziert aus legalem Holzeinschlag. 

4) IBT.EARTH recycled 

► Handwerksbetriebe retten, wo andere wegwerfen. Reparieren, Instandsetzen und Erhalten sind die Kernkompetenzen des Handwerks. Wiederverwenden statt Wegwerfen. So werden Ressourcen geschont.

Um ökologisch und ökonomisch sinnvoll bauen zu können, muss insbesondere die Bauwirtschaft ihre Prozesse auf eine zirkuläre Wertschöpfung umstellen, Andernfalls sind Klimaschutz, Kostenverträglichkeit und Rohstoffproduktivität nicht miteinander zu vereinen.

Materialien, welche aus dem Abfallstrom zurückgewonnen oder anderweitig daraus abgeleitet wurden (beispielsweise Abrissholz), dürfen als 

100 % IBT.EARTH 10C0003 recycled

deklariert werden. 

Einzelnachweisführung Berlin

Wie kam es dazu? Bei der Prüfung, welche unabhängigen und sachkundigen Institutionen - über die akkreditierten Stellen hinaus - eine Überprüfung und Ausstellung eines Einzelnachweises in Berlin durchführen können, kam das Land Berlin zu folgendem Ergebnis:

 

Die Anforderungen hinsichtlich Unabhängigkeit sowie Sachkunde von akkreditierten Prüfstellen sind in der DIN EN ISO 17065 beschrieben. Die Norm DIN EN ISO 17065 enthält daher Grundsätze und Anforderungen für die Kompetenz und Unparteilichkeit der Zertifizierung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen sowie der Stellen, die diese Tätigkeiten anbieten. Diese Anforderungen sollten analog auch für weitere Prüfstellen zu Grunde gelegt werden, um die gebotene Gleichwertigkeit von Prüfstellen zu gewährleisten.   

 

Bezüglich der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der Handwerkskammer ist die Sachkunde zweifellos gegeben. Die Unabhängigkeit bzw. Neutralität muss jedoch bei diesen Personen in Frage gestellt werden Für derartige Verbände ist der Punkt A 2 Unterpunkt 2c der DIN EN ISO 17065 (Unabhängigkeit und Interessenvertretung) zu beachten, wonach hinsichtlich der Unparteilichkeit bei einer Interessenvertretung Befangenheit / Risiken bestehen. 

 

Folglich könnten Verbände zwar einen derartigen Service der Einzelnachweise für ihre Mitglieder anbieten, aber es müsste dann eine regelmäßige Überprüfung dieser Fachverbände hinsichtlich Neutralität durch eine unabhängige Organisation wie akkreditierte Zertifizierer erfolgen.


Hinsichtlich der Unabhängigkeit bzw. Neutralität sowie der Vermeidung von Befangenheit wäre es zielführend, wenn bei solchen entsprechenden Prüfstellen für Einzelnachweisausstellung eine Überprüfung hinsichtlich Neutralität durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle erfolgen würde. Durch derartige Festlegungen wären die Anforderungen an Prüfstellen für den Einzelnachweis transparentabschließend und einheitlich geregelt.  

 

Da dies aber von den Kammern nicht umgesetzt wurde, wurde das entsprechende Formblatt 248 Bund für Berlin durch Formblatt V 239  F (Erklärung zur Verwendung von Holzprodukten) neu aufgelegt.

Legen Bieter:innen solche nicht anerkannten Einzelnachweis den Behörden vor, mag das im ersten Moment gutgehen, entbindet die Bieter:innen aber nicht von der Haftung und fliegt ihnen regelmäßig im Nachhinein um die Ohren. Genau dann, wenn sich korrekt verhaltene Bieter:innen beim Berliner Senat darüber beschweren. Das kann dann fatale Konsequenzen haben.